Birgitt Bolsmann / Kurt Haug
10 SEP – 28 OCT 2026
Opening – 10 SEP 2026, 6–10 pm
Opening Hours during Berlin Art Week
Friday, 11 SEP 2026, 10am – 6 pm
Saturday, 12 SEP 2026, 11 am – 6 pm
Birgitt Bolsmann
Dernier Cri, 1979
Eitempera und Harzölfarbe auf Leinwand
120 x 90,5 cm
Courtesy: Kunsthandel Wolfgang Werner / Kurt Haug (Estate Birgitt Bolsmann), Neumünster
Foto: Angeline Schube-Focke
Birgitt Bolsmann
In Leda’s Boudoir, 1985
Eitempera, Harzölfarbe auf Leinwand
Egg tempera, resin oil paint on canvas
85 x 85 cm
Courtesy: Kunsthandel Wolfgang Werner / Kurt Haug (Estate Birgitt Bolsmann), Neumünster
Foto: Angeline Schube-Focke
Unsere kommende Ausstellung widmet sich dem Künstlerpaar Birgitt Bolsmann (1944–2000) und Kurt Haug (*1941). Sie gehören zu der in den frühen 1960er Jahren aufkommenden Bewegung, die sich von allgegenwärtiger Abstraktion und Informel abwendet. Schon zu Studienzeiten in Hamburg entdecken Bolsmann und Haug den objektbezogenen Realismus als Bildsprache für sich. In einem vielschichtigen, altmeisterlichen Malprozess (Eitempera und Harzölfarbe) fixieren sie glasklar ihre Sujets auf der Leinwand.
Im künstlerischen Anlass unterscheiden sie sich jedoch wesentlich. Birgitt Bolsmann findet ihre Motive großenteils in der Modefotografie und plakativen Werbung, die sie auf das darin propagierte Frauenbild hinterfragt. Ihren kritischen Blick auf männlich geprägte Themen der Kunstgeschichte und überlieferte antike Mythen spiegeln Bilder wider wie
Kurt Haug
Zweifach gespiegelt, Selbstportrait, 2016
Eitempera und Öl auf Leinwand
110 x 90 cm
Courtesy: Kunsthandel Wolfgang Werner / Kurt Haug, Neumünster
Kurt Haug
Nähseiden, 1975
Eitempera und Öl auf Leinwand
70 x 50 cm
Courtesy: Kunsthandel Wolfgang Werner / Kurt Haug, Neumünster
Foto: Lars Lohrisch, Bremen
„Die Flucht aus dem Patriarchat“ (1986), „In Ledas Boudoir“ (1985) oder „Dernier Cri“ (1979).
Kurt Haug teilt den feministischen Ansatz seiner Frau nicht. Mit gnadenlos analytischem Blick hält er die Objekte seiner Bilder auf Distanz. Oft sind es die Dinge des alltäglichen Gebrauchs, die er isoliert und die er parallel zum Bildrand frontal besehen darstellt, so in dem Gemälde „Nähseiden“ (1975). Es geht dem Maler um die taktilen, körperlichen sowie die formalen Eigenschaften der Dinge, mit Bedeutung lädt er sie nicht auf.
Unsere Reihe, in der wir Persönlichkeiten vorstellen, die bewusst die Gegenständlichkeit ins Zentrum ihrer Malerei rücken, führen wir nach den Retrospektiven der Künstlerinnen Almut Heise, Birgitt Bolsmann und Rissa mit dem Dialog Birgitt Bolsmann–Kurt Haug fort.
Wir zeigen malerische Hauptwerke, insbesondere der prägenden Jahre 1970–1990, und stellen ebenso die in ihrem Realismus perfekten Bleistiftzeichnungen vor, die – in dichten, optisch fein abgestuften, leichten Grautönen angelegt – parallel zur Malerei entstehen.
Birgitt Bolsmann: 1963–69 Studium (freie Malerei, Tapisserie) an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg bei Hans Thiemann und Kurt Kranz. 1977–81 Deutsche Handzeichnung Heute, Wanderausstellung Goethe-Institute in Europa und den USA.
1986 Initiatorin der Ausstellung Frauen malen Frauen, Universität Hamburg. 1993 und 1996 Realismus-Triennale, Martin-Gropius-Bau, Berlin. Retrospektiven: 2007 Galerie Rose, Hamburg; 2017 Kunsthaus Hänisch, Kappeln; 2021 Kunsthandel Wolfgang Werner, Berlin.
Kurt Haug: 1957–1960 Ausbildung zum Polsterer; erste Aquarelle, Stillleben, Portraits.
1961 Werkkunsthochschule in Kiel. 1963–68 Studium (freie Malerei) an der Hochschule
für Bildende Künste in Hamburg bei Hans Thiemann. 1974–2005 Professur für freie Malerei, Kunsthochschule Kassel. Seit 2018 freischaffend in Eckernförde, später in Neumünster. Retrospektiven: 1975 Graphisches Kabinett, Kunsthandel Wolfgang Werner, Bremen;
2024 Kunsthandlung Messerschmidt, Flensburg.