James Turrell
sensing fields

1 MAI until 4 JULI 2026
Opening – 1 MAI 2026, 18-21 Uhr

Mit sensing fields initiiert max goelitz ein Ausstellungsprojekt, das mit einer Einzelausstellung von James Turrell zum Gallery Weekend Berlin 2026 eröffnet und sich über mehrere Monate entfaltet.

James Turrell
Squat, Juke, Carn, Alta; Parkett VII/XXI, 1990

Aquatint etching on Zerkall paper, 4 parts
50 x 44 cm
19 3/4 x 17 3/8 inches
Ed. 40 + 21
(JTu4)

Courtesy of Häusler Contemporary Zürich
Copyright James Turrell
Photo: Peter Baracchi

Die Präsentation von James Turrell (*1943, Los Angeles, CA, USA) entsteht in enger Partnerschaft mit Häusler Contemporary Zürich als Gastgalerie, die den Künstler seit Jahrzehnten vertritt. Turrells Werk hat seit den 1960er Jahren das Verhältnis von Licht, Raum und Wahrnehmung grundlegend neu bestimmt. Im Zentrum seiner Praxis steht die unmittelbare Erfahrung von Licht selbst – nicht als Mittel der Beleuchtung, sondern als materielles und räumliches Phänomen, das Raum und Bewusstsein strukturiert. Die Arbeiten entfalten sich über Zeit, schärfen die sensorische Aufmerksamkeit und entziehen sich einer unmittelbaren visuellen Erfassung zugunsten einer durationalen Erfahrung.

Die Ausstellung zeigt erstmals in Berlin eine Arbeit aus Turrells Glass-Serie. Diese Arbeiten schaffen hochgradig kontrollierte Wahrnehmungsräume, in denen sich Farbe und Licht über lange Zeiträume hinweg nahezu unmerklich verändern. Zwischen Fläche und Raum, Opazität und Transparenz oszillierend, destabilisieren sie feste räumliche Koordinaten und rücken Wahrnehmung als aktiven, kontingenten Prozess in den Vordergrund.

Für die Präsentation der Elliptical Glass-Arbeit First Cause wird der Galerieraum durch eine präzise architektonische Intervention neu konfiguriert und zu einem eigenständigen, kontemplativen Raum verdichtet. Der Titel First Cause verweist sowohl auf kosmologische als auch philosophische Ursprünge und begreift Licht nicht nur als Wahrnehmungsphänomen, sondern als grundlegende Bedingung von Existenz und Erfahrung. In diesem Setting entfalten sich die langsamen chromatischen Verschiebungen und räumlichen Ambivalenzen der Arbeit mit besonderer Intensität und laden zu einer anhaltenden, konzentrierten Wahrnehmung ein.

James Turrell
Still Light, 1989-90

Aquatinta on Zerkall paper
8 parts
each 114 x 81 cm
each 44 7/8 x 31 7/8 inches
Ed. 30 + 10 AP | Printer’s Proof
(JTu3)

Courtesy of Häusler Contemporary Zurich
Copyright James Turrell
Photo: Dirk Tacke

Ein angrenzender Raum vereint Turrells ikonische Still Light-Aquatinta-Serie (1990) mit der archaisch anmutenden Skyspace-Skulptur Fire Inside. Entstanden während Turrells längerer Zeit in Zürich, übertragen die Still Light-Blätter seine frühen Untersuchungen zu Projektion, reduzierter räumlicher Tiefe und Wahrnehmungsschwellen in das Medium der Druckgrafik. Die Aquatinta-Technik ermöglicht feine tonale Abstufungen, durch die sich lichtdurchflutete Bildfelder eröffnen, die trotz ihrer flachen Oberfläche eine unbestimmte räumliche Tiefe suggerieren.

Anstatt als Darstellungen zu fungieren, operieren die Still Light-Arbeiten als Wahrnehmungsdispositive: Wie Nachbilder von Lichtarbeiten erzeugen sie räumliche Ambiguitäten und subtile Hell-Dunkel-Verschiebungen. Hervorgegangen aus Turrells frühen Untersuchungen zu Projektion, reduzierter räumlicher Tiefe und Wahrnehmungsschwellen, bilden sie eine zentrale konzeptuelle Brücke innerhalb seines Werks – zwischen den frühen Projektionsarbeiten und der späteren Glass-Serie, in der Licht vollständig räumlich und umgebend wird. Was hier als Öffnung im Bild erscheint, setzt sich an anderer Stelle als immersives Feld fort: In Arbeiten wie der Elliptical Glass First Cause wird Wahrnehmung selbst zu einer räumlichen und zeitlichen Erfahrung.

© James Turrell

Courtesy: Häusler Contemporary Zürich,
Photo: Florian Holzherr