Aubrey Levinthal | Biala | Tal R

11 SEP – 10 OCT 2026
Opening – 10 SEP 2026, 6-10 pm

Aubrey Levinthal
Pigeon’s View of the Studio, 2026
oil on panel
45.7 x 35.5 cm

Courtesy Haverkampf Leistenschneider, Berlin; Photo: Jens Ziehe

Aubrey Levinthal
Summer Mirror with Woman’s Head, 2026
oil on panel
76.3 x 61 cm

Courtesy Haverkampf Leistenschneider, Berlin; Photo: Jens Ziehe

Anlässlich der diesjährigen Berlin Art Week präsentiert Haverkampf Leistenschneider ein generationenübergreifendes und transnationales Ausstellungsprojekt in Berlin, in dessen Zentrum neue Arbeiten der US-amerikanischen Malerin Aubrey Levinthal (geb. 1986) stehen. Ihre jüngsten Gemälde werden in eine direkte visuelle und inhaltliche Beziehung zu Werken von Biala (Janice Biala, 1903–2000) und Tal R (geb. 1967) gesetzt, die für Levinthal wesentliche Bezugspunkte und Inspirationsquellen darstellen. Die Werkschau untersucht, wie drei unterschiedliche Maler-Generationen das unmittelbare Umfeld als Ausgangspunkt wählen, um die Grenzen zwischen persönlicher Erfahrung und universeller Erzählung auszuloten. Während Aubrey Levinthal Szenen des alltäglichen Lebens, Interieurs und Fragmente ihres persönlichen Umfelds festhält, destilliert auch Tal R das Private – Freunde, Familie und häusliche Räume – in seine ganz eigene visuelle Sprache. Die Malerin Janice Biala, die eigentlich Schenehaia Tworkovska hieß und sich nach ihrem Geburtsort Biała Podlaska in Polen benannte, wiederum übertrug zeitlebens Stillleben und private Wohn- und Atelierräume in eine zeitlose, poetische Form. Sie schlägt eine einzigartige kunsthistorische Brücke: Tief in der École de Paris und dem französischen Post-Impressionismus verwurzelt, brachte sie gleichzeitig die rohe Energie und den gestischen Pinselstrich der New York School und des amerikanischen Abstrakten Expressionismus in ihre Arbeiten ein.

Janice Biala (1903-2000)
Standing Figure (Girl with Slatbacked chair), 1953
Oil on canvas
101.5 x 63 cm

© 2023 Estate of Janice Biala / Licensed by Artists Rights Society (ARS), NY; Courtesy Berry Campbell, New York.

TAL R
Mirror, 2015
crayon on pigment and rabbit glue on painted paper
71 x 50 cm

Courtesy Haverkampf Leistenschneider, Berlin; Photo: Anders Sune Berg

Die Ausstellung verbindet eine malerische Position des 20. Jahrhunderts mit aktueller Figuration zu einem transnationalen Diskurs über Malerei und schafft so einen intimen Dialog über die Darstellbarkeit von Vulnerabilität und das Vergehen von Zeit in der modernen Malerei.

Bialas Werk wurde bislang nur einmal in Berlin ausgestellt, und zwar 1966 im Amerika-Haus in Berlin in der Gruppenausstellung „10 Américains de Paris“. Ihr Bild Untitled (Three Glasses) von 1962 wurde zwar 2022 im Museum Barberini in Potsdam im Rahmen der Ausstellung „Die Form der Freiheit. Internationale Abstraktion nach 1945“ gezeigt, in Berlin selbst ist dies jedoch mit dieser Ausstellung nach genau 60 Jahren eine Premiere.