Antonio Ballester Moreno
SUN
1 MAI bis 20 JUN 2026
Opening – 1 MAI 2026, 18-21 Uhr
Tanya Leighton freut sich, mit „SUN“ eine neue Ausstellung von Antonio Ballester Moreno zu präsentieren, die am 1. Mai im Rahmen des Gallery Weekend Berlin 2026 eröffnet.
Antonio Ballester Moreno
Installation view, ‘SUN’
Kurfürstenstraße 24/25, Berlin. 1 May – 20 June 2026
Photography by Gunter Lepkowski
Courtesy of the artist and Tanya Leighton, Berlin and Los Angeles
In einem Moment, in dem Ballester Morenos Praxis verstärkte institutionelle Aufmerksamkeit erfährt — zuletzt mit einer Einzelausstellung und einer neuen Monografie im CA2M – Centro de Arte Dos de Mayo, Madrid — bieten die hier gezeigten Arbeiten einen intimen Zugang zu seinem Werk. Über die Jahre hat der Künstler eine eigenständige Bildsprache entwickelt, die im
Symbolismus der Natur verwurzelt ist. In leuchtenden Rot-, Rosa-, Orange-, Blau- und Grautönen auf unbehandelter Jute gemalt, halten die Werke Strenge und Schönheit in einer spannungsvollen Balance. Die rohe Oberfläche des Bildträgers dringt durch die Farbschichten hindurch und behauptet ihre eigene Präsenz. Die Arbeiten operieren mit elementaren Formen und präzisen Farbkonstellationen und treten in einen Dialog mit Positionen der klassischen Moderne, in denen Farbe und Form als autonome Bedeutungsträger verstanden wurden.
Antonio Ballester Moreno
Red Blue, 2026
Acrylic on jute
200×145 cm
78¾×57⅛ in
Unique
(MORENO-2026-0096)
Photography by Gunter Lepkowski
Courtesy of the artist and Tanya Leighton, Berlin and Los Angeles
Antonio Ballester Moreno
Blue, 2026
Acrylic on jute
146×114 cm
57½×44⅞ in
Unique
(MORENO-2026-0103)
Photography by Gunter Lepkowski
Courtesy of the artist and Tanya Leighton, Berlin and Los Angeles
Antonio Ballester Moreno
Orange Red, 2026
Acrylic on jute
146×114 cm
57½×44⅞ in
Unique
(MORENO-2026-0102)
Photography by Gunter Lepkowski
Courtesy of the artist and Tanya Leighton, Berlin and Los Angeles
Obwohl formal in der Abstraktion verankert, steht Ballester Morenos Praxis in Resonanz mit Traditionen der Ornamentik, des Kunsthandwerks und folkloristischer Kultur, in denen Natur nicht als illusionistischer Landschaftsraum erscheint, sondern als symbolisch verdichteter Erfahrungsraum. Landschaft wird nicht abgebildet, sondern in Zeichen überführt: Sonne, Pflanzen oder Wolken werden zu emblematischen Elementen innerhalb einer präzisen kompositorischen Ordnung. Seine Arbeiten weisen eine Nähe zu mythischen Traditionen auf, in denen Landschaft und natürliche Zyklen dazu dienen, Zeit, Erinnerung und existenzielle Erfahrung zu verdichten. Die Gemälde schlagen damit einen zeitgenössischen Zugang zur Landschaft vor, der Bildraum und Objektcharakter miteinander verschränkt und die Last kollektiver Erinnerung und gemeinsamer Ursprünge in sich trägt.
Die Sonne gehört zu den beständigsten Motiven der Malerei. In „SUN“ kehrt Ballester Moreno zu ihr zurück — nicht als Motiv, sondern als strukturelles Prinzip: als kreisförmige Form, die sich über horizontal geschichtete Farbfelder bewegt und den Bogen vom Aufgang über den Zenit bis hin zum Verschwinden evoziert. Subtil modulierte Farbbänder strukturieren die Bildfläche wie abstrahierte Landschaftsschichten und erzeugen eine ruhige, rhythmische Bewegung zwischen Ausdehnung und Verdichtung. Die reduzierte Formensprache und die sorgfältig austarierten Farbkontraste verleihen jedem Werk eine meditative Klarheit, während die inhärente Ambivalenz der Sonne — Quelle allen Lebens und zugleich potenziell zerstörerische Kraft — mit drängenden ökologischen Fragestellungen in Resonanz tritt.
Antonio Ballester Moreno
Planta 1, 2026
Bronze
116×80×22 cm
45⅝×31½×8⅝ in
Unique
(MORENO-2026-0106)
Photography by Gunter Lepkowski
Courtesy of the artist and Tanya Leighton, Berlin and Los Angeles
Drei unikate Bronzeskulpturen ergänzen die Gemälde und werden vor einer warmen, ockerfarbenen Wand präsentiert. Aus Pappe gegossen, evozieren sie getrocknete oder verwelkte Pflanzen und bewahren zugleich die geschichtete Struktur ihres Ausgangsmaterials. Wie unbehandelte Jute ist Pappe ein einfaches Material pflanzlichen Ursprungs, dessen Wert durch den Akt des Gießens transformiert wird. Indem das Vergängliche in etwas Dauerhaftes überführt wird, schließt Ballester Moreno den Zyklus, den die Gemälde vorschlagen: Was wächst, vergeht und kehrt zurück — verwandelt, aber nicht verloren.
Antonio Ballester Moreno
Installation view, ‘SUN’
Kurfürstenstraße 24/25, Berlin. 1 May – 20 June 2026
Photography by Gunter Lepkowski
Courtesy of the artist and Tanya Leighton, Berlin and Los Angeles
Antonio Ballester Moreno (*1977, Madrid) lebt und arbeitet in Madrid. Derzeit ist seine Einzelausstellung „Sky & Earth“ im CA2M – Centro de Arte Dos de Mayo in Madrid zu sehen. Zur Ausstellung erscheint eine neue Publikation.
Zu seinen weiteren Einzelausstellungen zählen unter anderem , ‘Not There – Here’ at Galerie Urs Meile, Zurich; ‘Água (verde)’ at Gomide&Co, São Paulo; ‘THE MOUNTAIN, THE SKY, THE WIND, THE SKY.’ at Tanya Leighton, Berlin; ‘Nubes (verde)’ at Maisterravalbuena, Madrid; ‘What Can Be Seen From Here’ at Fundación Cerezales Antonino y Cinia, León; ‘ANOTHER DAY’ at Tanya Leighton, Los Angeles; ‘Autoconstrucción. Piezas Sueltas. Juego y Experiencia’ at ARTIUM – Basque Museum of Contemporary Art, Vitoria; ‘DAY’ at Tanya Leighton, Berlin; ‘Ánfora, grotesco, armazón, maniquí’ at Museo Patio Herreriano, Valladolid; as well as a major exhibition at La Casa Encendida, Madrid, accompanied by his first comprehensive monograph ‘¡Vivan los campos libres de España!’. In 2025, Ballester Moreno participated in the 32nd Bienal de Pontevedra in Spain; in 2019, he curated a section of the 33rd Bienal de São Paulo, in which he also took part as an artist.
Seine Werke befinden sich in zahlreichen öffentlichen und privaten Sammlungen weltweit, darunter die CIFO – Colección Ella Fontanals Cisneros, Miami; TBA21 – Thyssen-Bornemisza Art Contemporary, Madrid; Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía, Madrid; Helga de Alvear Collection, Cáceres; Banco de España Collection, Madrid; Museo de Arte Contemporáneo de Castilla y León; Olbricht Collection, Berlin; Louis Vuitton, New York; and CA2M – Centro de Arte Dos de Mayo, Madrid.