Berni Searle
Light, as a feather

1 MAI bis 20 JUNI 2026
Opening – 1 MAI 2026, 18-22 Uhr

Die Ausstellung Light, as a feather vereint zwei Werkkomplexe aus 2001 und 2025 von Berni Searle (geb. 1964 in Kapstadt), deren multidisziplinäre Praxis Fotografie, Video, Performance und Installation umfasst. Searle stellt den menschlichen Körper in den Mittelpunkt – sowohl im figurativen als auch im konzeptuellen Sinne und oft auch durch seine strategische Abwesenheit –, um Selbstrepräsentation, kollektive Identität und Narrative geprägt von Geschichte, Erinnerung und Ort zu erforschen.

Berni Searle
Hazel (peek). From the ‘Sugar Girls’ series. 2025,

Archival pigment ink on Baryta paper,
150 X 200 cm

Photo: Berni Searle / Courtesy: Courtesy of the artist and PSM, Berlin

Die Serie Sugar Girls (2025–) greift Kapstadts Geschichte als Hafenstadt an der Schnittstelle zwischen Atlantischem und Indischem Ozean auf. Das Projekt entstand während Searles Residenz 2024 im Zeitz MOCAA in Bezug auf dessen Lage in einem ehemaligen Frachthafen, der durch wirtschaftliche Ausgrenzung und die Verdrängung lokaler Gemeinschaften tiefgreifend verändert heute zu dem exklusiven Touristenziel der V&A Waterfront wurde. Die Arbeit konzentriert sich auf Frauen, die seit den 1960er-Jahren Beziehungen zu Seeleuten eingingen, die im Hafen anlegten – von transaktionalen Begegnungen bis hin zu längerfristigen Bindungen, aus denen mitunter Kinder hervorgingen. Viele dieser Treffen fanden in sogenannten suikerhuisies („Zuckerhäusern“) statt, privaten Wohnungen, in denen sich Frauen versammelten und Seeleute empfingen. Ausgehend von Interviews und Archivfragmenten zeichnet Searle nach, wie diese weitgehend undokumentierten Geschichten, geprägt von Segregation und wirtschaftlicher Unsicherheit, bis heute über Generationen hinweg nachwirken.

Die Ausstellung präsentiert zudem die Werke Falling und Still (#4, 6 & 7), die im Rahmen der Produktion des Videos Snow White entstanden, das auf der Biennale von Venedig 2001 gezeigt wurde. In dieser Arbeit bedeckt Mehl nach und nach Searles Körper und gibt ihn zugleich wieder frei, bevor sie das Mehl sammelt und mit Wasser zu Teig knetet. Ihre Handlungen erinnern an die Zubereitung von Rotis, die sie von ihrer Mutter gelernt hat, und Teil ihres kulturellen Erbes darstellt.

Berni Searle
Still. (Print #6) . 2001,

Digital print on Plexiglass, 120 x 120 cm

Photo: Berni Searle / Courtesy: Courtesy of the artist and PSM, Berlin

Zusammen betrachtet rücken diese Werke den Körper als Ort in den Vordergrund, an dem sich Geschichten von Arbeit, Migration und kulturellem Austausch manifestieren. Der Ausstellungstitel evoziert die Leichtigkeit von Zucker, Mehl und Federn – ihre weiße Farbe, Transluzenz und geringes Gewicht –, doch steht diese materielle Zartheit im Kontrast zu den schweren soziopolitischen Hinterlassenschaften, die sie tragen, und die Gefühle von Verdrängung, Verletzlichkeit, Scham und Verlust evozieren.