Willi Baumeister & Rudolf Belling
1 MAI bis 20 JUN 2026
Opening – 1 MAI 2026, 18-21 Uhr
Rudolf Belling,
Organische Formen, 1921,
54 cm high,
silver plated bronze.
Installation view 2021
Courtesy: Kunsthandel Wolfgang Werner
Photo: anna.k.o. Berlin
© Archiv Rudolf Belling / 2026, VG Bild-Kunst, Bonn
Willi Baumeister (1889–1955) und Rudolf Belling (1886–1972) gehören seit den 1920er Jahren zur internationalen Avantgarde. Sie stellen in renommierten Galerien wie Der Sturm, Alfred Flechtheim oder Kunstsalon Gurlitt aus, über ihr Werk wird in Zeitschriften wie den Cahiers d’art, in Le Corbusiers L’Esprit Nouveau und in Het Overzicht berichtet. Beide Künstler – Baumeister in der Malerei wie auch Belling in der Plastik – kehren sich von einer naturgetreuen Wiedergabe des Sujets ab und stellen die freie Behandlung der Form ins Zentrum ihres Werkes. So prägen sie früh den Weg in die Abstraktion und beeinflussen, nicht zuletzt durch ihre Lehrtätigkeit, die Kunst der Generationen nach 1945 nachhaltig.
Bei Rudolf Belling, 1918 Mitbegründer der um Walter Gropius versammelten Novembergruppe, fokussieren wir uns auf die 1920er Jahre. Mit den Plastiken „Dreiklang“ (1919), „Organische Formen“ (1921) und „Skulptur 23“ (1923) zeigen wir drei ikonische Werke der Plastik des 20. Jahrhunderts. Sie wurden schon 1924 in der großen Einzelausstellung des Künstlers in der Berliner Nationalgalerie präsentiert, in deren Folge es zum frühen Erwerb einer Holzfassung des „Dreiklanges“ für das Museum kam.
Willi Baumeister
Afrikanische Geister, 1949
Oil,
synthetic resin and sand on fibreboard,
65 x 81 cm
Photo: Lars Lohrisch, Bremen
Courtesy: Kunsthandel Wolfgang Werner
© Willi Baumeister Stiftung, Stuttgart / 2026, VG Bild-Kunst, Bonn
Willi Baumeister zeigen wir mit einer Werkgruppe der 1940er Jahre, die als „afrikanisch“ bezeichnet wird. Der Künstler löste sich zunehmend von der konstruktiven Bildkonzeption der 1920er Jahre und entwickelte amorphe, bis zum einfachen Bildzeichen sich verdichtende Formgebilde. Die Verwendung von Spachtelkitt, Kreide und Gips führte darüber hinaus zur reliefhafte Wirkung der Bilder, wie in dem großen Gemälde „Afrikanische Geister“ (1949), in dem eine archaische Formgebung bestimmend ist und das zu Baumeisters umfangreichen Konvolut der legendären Documenta I zählte.
Unsere 35-jährige Präsenz in Berlin feiern wir mit dieser hochkarätigen Werkauswahl zweier Künstler, die wir seit unserer Eröffnung 1991 immer wieder in wichtigen Einzel- oder Gruppenausstellungen vorgestellt haben.