Tauba Auerbach
Easy Assembly
1 MAI bis 20 JUN 2026
Opening – 1 MAI 2026, 18-21 Uhr
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Flüssiger Schaum verlangt einen behutsamen Griff. Man kann ihn nicht festhalten.
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Die Schaumbildung hängt nicht nur von den richtigen Zutaten, sondern auch von der richtigen Bewegung ab. Es ist eine Mischung und eine Art des Vermischens.
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Schaum ist zugleich zellulär und vernetzt — wie ein dreidimensionales Geflecht, das Raum unterteilt und verbindet.
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Schaum existiert oft an Rändern, etwa am Rand des Meeres oder am Rand eines Glases. Er ist die widerspenstige Grenze zwischen zwei Bereichen (Flüssigkeit und Luft), an der die Ordnung im herkömmlichen Sinne zusammenbricht und eine neue Art der Organisation entsteht. Es gibt kein Raster, keine übergreifende Struktur und kein sich wiederholendes Muster, sondern eine Reihe von Tendenzen, die bestimmte geometrische Beziehungen entstehen lassen.
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Schaum ist in ständiger Bewegung, immer im Fluss. Wenn eine Blase platzt, ordnen sich ihre Nachbarblasen automatisch neu an, um den entstandenen Raum auszufüllen und die Oberfläche der Membran zu minimieren.
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Schaum ist eine Verteilung zweier Aggregatzustände, die einander durchdringen.
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Esther Schipper Berlin freut sich, Easy Assembly zu präsentieren, Tauba Auerbachs zweite Ausstellung mit der Galerie.
Tauba Auerbach
Foam, 2026
Acrylic on Dibond panel
122 x 183 cm
Courtesy the artist and Esther Schipper, Berlin/ Paris/Seoul
Photo © Steven Probert
© the artist / VG Bild-Kunst, Bonn 2026
In dreizehn pointillistischen Gemälden zeigt Tauba Nahaufnahmen von Seifenschaum, die durch ein Mikroskop aufgenommen wurden. Auf Paneelen unterschiedlicher Größe, die vor der Wand zu schweben scheinen, fügen sich Millionen handgemalter Punkte über gesprühten, mehrfarbigen Farbfeldern zu lebhaften Bildern zusammen. Die Arbeiten verfolgen drei unterschiedliche farbliche Ansätze, von denen zwei hier erstmals als neue Teile der Serie Foam zu sehen sind. Mithilfe verschiedener Beleuchtungs- und Bildbearbeitungsverfahren lenken die Gemälde die Aufmerksamkeit auf Verbindungspunkte, Selbstorganisation und die wechselseitige Durchdringung einzelner Elemente.
Tauba Auerbach wurde 1981 in San Francisco geboren und lebt und arbeitet in New York.
Zu Tauba Auerbachs bisherigen Ausstellungen zählen unter anderem: Tide, Fridericianum, Kassel (2023); S v Z, San Francisco Museum of Modern Art, San Francisco (2021); Current, The Artist’s Institute at Hunter College, New York (2019); Flow Separation, Public Art Fund, New York Harbor, New York (2018); OOOoooOOO. 19 flags for 019, 019, Ghent (2018); INDUCTION: Tauba Auerbach + Elaine Radigue, Museum of Contemporary Art, Cleveland (2018); The New Ambidextrous Universe, Institute of Contemporary Arts, London (2014); Tetrachromat, Bergen Kunsthall, Malmö Konsthall, Wiels Contemporary Art Center, Brüssel (2011).
Celeste Rapone
Hyperarousal
1 MAI bis 20 JUN 2026
Opening – 1 MAI 2026, 18-21 Uhr
Esther Schipper Berlin freut sich, Hyperarousal anzukündigen, Celeste Rapones erste Ausstellung mit der Galerie. Die Künstlerin zeigt drei neue Gemälde, die in erzählerisch dichten Kompositionen die Spannung zwischen sinnlicher Stimulation und nervöser Irritation thematisieren.
Celeste Rapone
Loner, 2025
Oil on linen
71 x 61 cm (unframed)
75 x 65 x 4 cm (framed)
Courtesy the artist and Esther Schipper, Berlin/ Paris/Seoul
Photo © Andrea Rossetti
Mit ihren flachen und kompakten Körpern allegorisieren die Protagonistinnen der ausgestellten Gemälde den angespannten Glamour der Millennial-Angst und die libidinösen Energien, die sie antreiben. Mit intuitiver Liebe zum Detail und einem ausgeprägten Sinn für Ironie gelingt es Rapone, die für ihre Generation typische angespannte Stimmung in ambivalenten, verdrehten und teils überzogenen Szenen darzustellen. Gefangen zwischen Unruhe und Lähmung, leben die nervösen Millennials, denen wir in ihren Werken begegnen, in einer gewissen labilen Verletzlichkeit. Hier trifft die theatralische Vorahnung des Untergangs auf die genussvolle Aufschiebung seines Eintreffens. Weibliche Wachsamkeit scheint gefangen zwischen der Angst und dem Reiz potenzieller Gefahr.
Rapone malt alla prima, ohne vorbereitende Zeichnungen. Ihren kompositorischen Ausgangspunkt bildet die Wahl einer Leitfarbe, der sich die figurativen Elemente des jeweiligen Bildes unterordnen. Während Waiting (2025) von einer eisig blauen Farbpalette durchzogen ist, ist Loner (2025) von Moos-, Oliv- und Waldgrüntönen geprägt, die im Kontrast zum scharlachroten Haar der dargestellten Figur stehen. Unter der ebenso geröteten Nase kaut die einsame Figur so versunken an ihren Nägeln, als verschlucke sie gleich die ganze Hand.
Während ihr linker Arm gegen den unteren Rand der Leinwand presst, drückt die Figur in Waiting ihre linke Brust in ihre Armbeuge. Zugleich kokett und unbeholfen verortet ein verrutschtes, florales Nippelpflaster den entblößten Oberkörper zwischen Selbstbehauptung und Verletzlichkeit. Rapone bettet das Porträt in eine idyllische, beinahe pastorale mise-en-scène: Ein schmaler Zweig rahmt den Kopf der Figur, während eine Nachtigall neben einer Handvoll karminroter Beeren sitzt. Doch die nackte Figur signalisiert durch ein leuchtend grünes Accessoire die Vorahnung einer drohenden Gefahr – sie trägt Pfefferspray bei sich. Und doch setzt die unmittelbar daneben hängende Digitalkamera einen Kontrapunkt, denn sie steht für Neugier und die Fähigkeit, den Blick unumwunden zu erwidern.
Die großformatige Arbeit Den (2026) setzt sich ebenfalls mit der Darstellung der wachsamen Weiblichkeit auseinander. Die surreale, kantige Perspektive verdichtet die Komposition zu einem fiktiven Raum voller erzählerischer Ambiguität. Unterhalb eines industriellen Lüftungsrohrs erhaschen wir einen Blick auf vier ineinander verschlungene Figuren in provokanten Nachthemden. Die manikürte Hand einer Figur greift einer anderen an die Kehle, während sich zwei weitere an den Händen halten, die Finger fest verschränkt. Die Körper lassen sich kaum voneinander unterscheiden. Doch der Sexappeal der Szene wird durch die gelangweilten Gesichtsausdrücke der Figuren unterlaufen. Was vom erotischen Momentum bleibt, prallt auf eine Pointe direkt unter dem oberen Bildrand. Ein genauerer Blick auf das Display eines geöffneten iPads enthüllt ein pausiertes Selbstverteidigungs-Tutorial. Während die ringenden Frauen dem Tutorial folgen, verwandeln sie den drohenden Schatten der Gefahr in Unterhaltung. Rapone spickt die Komposition mit Golftees und einer 8-Ball-Kugel und verdichtet sie zu einem narrativen Fest aus verspielten Wettkämpfen, verdrehten Gliedmaßen, straffem Fleisch und eingezwängten Zehen.
Celeste Rapone
Waiting, 2025
Oil on canvas
71 x 61 cm (unframed)
75 x 65 x 4 cm (framed)
Courtesy the artist and Esther Schipper, Berlin/ Paris/Seoul
Photo © Andrea Rossetti
Celeste Rapone wurde 1985 in New Jersey geboren. 2007 schloss sie ihr Studium an der Rhode Island School of Design ab und 2013 ihren MFA an der School of The Art Institute of Chicago. Die Künstlerin lebt und arbeitet in Chicago.
Zu ihren bisherigen Ausstellungen und Projekten gehören: Atrium Project, Museum of Contemporary Art Chicago, Chicago (demnächst); Celeste Rapone, Esther Schipper, Berlin (2026); Printemps 2026, Esther Schipper, Paris (2026); Presence as a Pause: Interiority and Its Radical Immanence, Bemis Center for Contemporary Arts, Omaha (2023); Framing the Female Gaze: Women Artists and the New Historicism, Lehman College Art Gallery, New York (2023); Odalisque, Bunker Art Space, West Palm Beach (2023) und A Place for Me: Figurative Painting Now, The Institute of Contemporary Art, Boston (2022).
Ihre Werke befinden sich in folgenden Sammlungen: Hammer Museum, Los Angeles; Institute of Contemporary Art, Boston; Speed Art Museum, Louisville; M Woods, Beijing; START Museum, Shanghai.