Paweł Książek
Rhizome
11 SEP – 14 NOV 2026
Opening – 10 SEP 2026, 6–10 pm
Paweł Książek, Gaps, Fissures and Silences, 2026
Oil on canvas
100 x 80 cm
© the artist, courtesy: Persons Projects
Persons Projects freut sich, mit Rhizome eine Einzelausstellung von Paweł Książek zu präsentieren. Die Ausstellung vereint Schwarz-Weiß-Zeichnungen aus der Serie Narration mit einer Auswahl neuer Gemälde und entfaltet sich als offenes Geflecht von Bildern, Texten und Assoziationen. Anstelle einer linearen Erzählung entsteht eine Konstellation eigenständiger Werke, in der Bild und Sprache in einen vielschichtigen Dialog treten. Książeks meisterhafte Beherrschung von Zeichnung und Malerei verleiht den Arbeiten durch präzise Linienführung, subtile Tonwerte und ein außergewöhnliches Gespür für Licht eine eindringliche Präsenz.
Der Titel Rhizome verweist auf das von Gilles Deleuze und Félix Guattari entwickelte philosophische Konzept des Rhizoms – einer Struktur ohne Hierarchie, Anfang oder Ende, in der jeder Punkt mit jedem anderen verbunden sein kann. Übertragen auf Książeks Ausstellung beschreibt dieses Modell ein offenes Netzwerk von Bildern, Gedanken und Erinnerungen, in dem jedes Werk seine Eigenständigkeit bewahrt und zugleich Teil eines größeren Beziehungsgeflechts wird.
Paweł Książek, Untitled 1, 2026
From the series Narrations
graphite, charcoal and watercolour on Arches paper
45 x 60 cm
© the artist, courtesy: Persons Projects
Paweł Książek, Untitled 8, 2026
From the series Narrations
graphite, charcoal and watercolour on Arches paper
45 x 60 cm
© the artist, courtesy: Persons Projects
Die Zeichnungen der Serie Narration verbinden Bild und Text, ohne dass eines das andere erklärt. Fragmente von Körpern, Gesichtern, mechanischen Formen und Landschaften bewegen sich zwischen Figuration und Abstraktion und erscheinen wie Erinnerungsbilder aus einem unbewussten Archiv. Die Texte begleiten die Zeichnungen nicht illustrativ, sondern existieren als eigenständige Denkform, die mit den Bildern in Resonanz tritt.
Auch die Gemälde zeugen von Książeks außergewöhnlicher malerischer Sensibilität. Aus Schichten transparenter Farbe, verschwommenen Konturen und subtilen Lichtverschiebungen entstehen Motive wie Flammen, Gesichter oder Alltagsgegenstände, die aus dunklen Bildräumen hervortreten und sich zugleich wieder im Farbauftrag auflösen. Seine Bilder bewegen sich zwischen präziser Beobachtung und Beinahe-Abstraktion und entfalten eine stille, fast filmische Intensität.
Im Dialog mit Konzeptkunst und Nachkriegskunst untersucht Książek das Verhältnis von Bild, Sprache und Denken. Seine Praxis knüpft an Künstler wie Joseph Kosuth, Art & Language, Anselm Kiefer und William Kentridge an, entwickelt jedoch eine eigene Bildsprache, die von Stille, Konzentration und der langsamen Verdichtung von Assoziationen geprägt ist. Rhizome lädt dazu ein, sich frei zwischen Bildern und Worten zu bewegen und eigene Verbindungen zu entdecken.