Nschotschi Haslinger
Centralia

11 SEP – 17 OCT 2026

Opening – 10 SEP 2026, 6–10 pm

Nschotschi Haslinger, Mottenlord, 2026, glazed ceramic, 53 × 43 × 8 cm
Photo: Julie Becquart

Courtesy the artist and Mountains

Nschotschi Haslinger, Schatteneier im Weltenzelt, 2026, coloured pencil on paper, 42 × 29.7 cm
Photo: Nschotschi Haslinger

Courtesy the artist and Mountains

Galerie Mountains freut sich sehr, mit einer Einzelausstellung von Nschotschi Haslinger Teil der BERLIN ART WEEK 2026 zu sein, mit Eröffnung der Ausstellung am 10. September als Teil der Gallery Night by GALLERY WEEKEND BERLIN.

Nschotschi Haslinger präsentiert mit Centralia eine neue Werkgruppe aus keramischen Boden- und Wandskulpturen, Zeichnungen, Video und Performance.

Im Zentrum der Ausstellung stehen hybride Wesen mit langen, an Nabelschnüre erinnernden Hälsen, die zwischen organischem Körper, Landschaft und eigenständigem Lebewesen oszillieren. Sie erscheinen zugleich verletzlich und wachsam – als Erdlinge, die ihr Territorium im ökologischen, femininen wie spirituellen Sinn zu bewachen scheinen.

Haslingers Skulpturen und Zeichnungen entwickeln Formen und Bildwelten, die sich eindeutigen Zuordnungen entziehen. Pflanzen, Tiere, Körper und geologische Prozesse gehen ineinander über; Vertrautes kippt ins Fremde. Feuer, unterirdische Landschaften und kosmische Räume erscheinen dabei nicht als Kulisse, sondern als lebendige Akteure einer Welt im permanenten Wandel.

Haslingers Arbeiten lassen sich vor dem Hintergrund gegenwärtiger Debatten um ein mehr-als-menschliches Verständnis von Welt lesen. Die hybriden Wesen erscheinen dabei nicht als Fantasiefiguren, sondern als Akteure einer Wirklichkeit, in der Organismen, Landschaften und Materialien gleichermaßen Handlungsmacht besitzen.

Nschotschi Haslinger, Anemone Centralia, 2026, glazed ceramic, 68 × 36 × 24 cm
Photo: Julie Becquart

Courtesy the artist and Mountains

Nschotschi Haslinger, Tunneln, 2026, coloured pencil on paper, 42 × 29.7 cm
Photo: Nschotschi Haslinger

Courtesy the artist and Mountains

Der Ausstellungstitel verweist auf Centralia, einen nahezu verlassenen Ort im US-Bundesstaat Pennsylvania, unter dem seit den 1960er Jahren ein Kohlenflöz brennt. Der kaum zu löschende unterirdische Brand steht beispielhaft für Landschaften, die durch menschliche Eingriffe dauerhaft verändert wurden und für eine Erde, deren Inneres sich der Kontrolle entzieht. Gleichzeitig evoziert Centralia Vorstellungen von Zentrum, Verdichtung und Konzentration – einen Ort, an dem sich ökologische, geologische und mythische Kräfte begegnen.

Ergänzt wird die Ausstellung durch ein Video sowie eine Performance mit einem baumartigen Kostüm, das von Performern zeitweise aktiviert wird. So entsteht eine Ausstellung, in der Skulptur, bewegtes Bild und Körper ein gemeinsames räumliches Gefüge bilden.

Centralia bildet die erste umfängliche Soloausstellung von Nschotschi Haslinger mit Mountains nach ihrer Präsentation in der Drei-Personen-Schau Hinter Deinem Schatten(Martina Kügler, Nschotschi Haslinger, Miriam Cahn) 2024 bei Mountains.

Die Künstlerin hat bei Walter Dahn studiert, der im November 2024 überraschend gestorben ist; siehe auch den Nachruf von Nschotschi Haslinger in Texte zur Kunst. Künstlerin und Galerie möchten in diesem Zusammenhang gerne auf zwei weitere, fußläufig von Mountains in Mitte gelegene Ausstellungen der BERLIN ART WEEK 2026 hinweisen: bei Sprüth Magers die Überblicksschau Walter Dahn, Let’s Get Married, Let’s Get Lost sowie bei BQ, Carina Brandes, Hauntings.

Nschotschi Haslinger

Nschotschi Haslinger ist 1982 bei Köln geboren und war Meisterschülerin bei Prof. Walter Dahn in Braunschweig. Sie arbeitet hauptsächlich in den Medien Zeichnung und Keramik, sowie Performance, Audio und Installation. Haslinger lebt und arbeitet in Berlin.

Einzel- und Duoausstellungen

Zu ihren neueren Einzel- und Duoausstellungen zählen Between Places (mit Monika Michalko), Nizza, Berlin, 2025; Symptom Couverture, EXILE, Wien, 2024; Earthseed, Galerie Šachta, Prag, 2023; Mikro Silence, kuratiert von Alexander Pütz, Moltkerei Werkstatt, Köln, 2023; Introesque, EXILE, Wien, 2019; Die untere Welt, Overbeckgesellschaft, Lübeck, 2019; Apropofola, Kunstverein Kjubh, Köln, 2018; Ruine des Antlitzes, Mönchehaus Museum für moderne Kunst, Goslar, 2010.

Biennialen etc.

2018 hat Haslinger an der Manifesta 12 in Palermo teilgenommen, als Teil des von Christian Siekmeier, EXILE organisierten Projekts May the bridges I burn light the way.

Gruppenausstellungen

Zu ihren neueren Gruppenausstellungen zählen Klasse Walter Dahn, Trafik Projekte, Brühl, 2025; Das öde Haus, Droste Festival 2024, Haus Rüschhaus / Center for Literature, Münster, 2024; Magisch depressives Badezimmer, EXILE, Berlin, 2024; Zero is the Moon, kuratiert von Sophia Scherer, nova space an der Bauhaus Universität Weimar, 2024; The Garden, Galerie Norbert Arns, Köln, 2023; Return to Ceramics, Museum of Contemporary Art, Krakau, 2023; Gibt es den Mond wenn keiner hinsieht?, Galerie Thomas Rehbein, Köln, 2023; Breathing Water, Drinking Air, Sammlung Philara, Düsseldorf, 2022; Among Them, kuratiert von Chantal Kaufmann, Galerie Kirchgasse, Steckborn, CH, 2020; Musée sentimental de l’ours de Berlin,
kuratiert von Jan Tappe, Bärenzwinger, Berlin, 2020; Junger Westen 2015, Kunsthalle Recklinghausen, Recklinghausen, 2015.

Sammlungen

Werke von Nschotschi Haslinger befinden sich in

MOCAK, Museum of Contemporary Art, Krakau
Sammlung Philara, Düsseldorf
Sammlung Oehmen
National Museum of Art, Architecture and Design, Oslo
Collection of Beth Rudin DeWoody
sowie zahlreichen weiteren Privatsammlungen.