Julia Wachtel
Return to Content a/b
11 SEP – 24 OCT 2026
Opening – 10 SEP 2026, 6–10 pm
Julia Wachtel,AutoTune, 2026.
Oil and acrylic on canvas, 45 x 63.
Courtesy of the artist and Klemm’s, Berlin.
Wir freuen uns, Return to Content a/b zu präsentieren, die erste umfassende Einzelausstellung von Julia Wachtel (1956, lebt und arbeitet in New York und Connecticut) in Deutschland. Als Kollaboration von Jahn & Jahn und Klemm’s bietet Return to Content a/b einen umfassenden Überblick über Wachtels Schaffen in München und Berlin.
Julia Wachtels Gemälde in Öl, Acryl und Siebdruck auf Leinwand greifen auf die Populärkultur zurück, um die Auswirkungen unserer bildflutenden Welt zu untersuchen. Sie ist eine bekannteVertreterin der „Pictures Generation“, einer Künstlergruppe, die Anfang der 1980er Jahre in New York durch ein gemeinsames Interesse an der Verbreitung von Bildern in der Populärkultur, den Massenmedien und der Werbung zusammenfand.
Wachtel hat ihr formales Vokabular kontinuierlich verfeinert und dabei stets eine starke konzeptuelle Grundlage bewahrt, ohne jemals ihr anhaltendes Interesse an der Hyperrealität aufzugeben. WachtelsBildkompositionen funktionieren als Kreislauf aus Begehren und Selbstbestätigung. Sie eignet sich Bilder an, stellt sie einander gegenüber und destilliert sie schließlich zu konzentrierten Gemälden, wobei sie deren ursprüngliche Logik verschiebt und dazu einlädt, die emotionalen, politischen und ästhetischen Bedingungen einer bildgesteuerten Welt zu hinterfragen. Insgesamt inszenieren sie ein abgeflachtes Emotionsspektrum, in dem Nostalgie, Sehnsucht und Angst in einem beunruhigenden Gleichgewicht nebeneinander bestehen.
Während Wachtel in ihren frühen Arbeiten Plakate von Filmstars, Pin-up-Girls, politischen Persönlichkeiten, Popmusik-Ikonen oder Comicfiguren aufgriff, erkundet sie in ihren jüngsten Werken die weite Landschaft des Internets, einen Platz mit ständig neu hinzukommenden Bildern in einem verwirrenden Ausmaß, das durch den Aufstieg KI-generierter Bilder verstärkt wird.
Im Laufe der Jahre wurden Wachtels Werke international vielfach ausgestellt und in die renommiertenSammlungen des Whitney Museum of American Art, New York; the Museum of Modern Art (MoMA), New York; the Brooklyn Museum, New York; the Cleveland Museum of Art; the Museum of Contemporary Art (MOCA), Los Angeles; The Phillips Collection, Washington, D.C.; the Blanton Museum of Art, Austin, Texas; the Addison Gallery of American Art, Andover, Massachusetts; the Wadsworth Atheneum, Hartford, Connecticut; the Musée d’Art Moderne et Contemporain (MAMCO), Geneva; and FRAC Champagne-Ardenne.
Return to Content a/b wird am 10. September bei Klemm’s in Berlin und am 17. September bei Jahn & Jahn in München eröffnet. Beide Ausstellungen werden von einem Text von Jens Asthoff begleitet.
Mia Gap & Freja Sofie Kirk
tracks, taps
curated by Guilherme Vilhena Martins
11 SEP – 24 OCT 2026
Opening – 10 SEP 2026, 6–10 pm
Freja Sofie Kirk, Leisure, 2026.
Still. Single-channel video-installation, 07:02 min.
Courtesy of the artist and Klemm’s, Berlin.
tracks, taps untersucht die Verflechtung von Begehren und Erschöpfung in einer von Bildern überfluteten Welt. Die Ausstellung hebt die Plastizität von Bildern hervor und bringt Mia Gap (1993, Deutschland) und Freja Sofie Kirk (1990, Dänemark) zusammen, wobei zwei Strategien der Bildgestaltung gegenüberstellt werden, die auf Zerlegung, Enthüllung und Verhüllung beruhen. Die Ausstellung wird von Guilherme Vilhena Martins kuratiert.
Mia Gap betrachtet den digitalen Alltag als dynamische Synthese von Beziehungen, die losgelöst sind von geografischer Entfernung und linearer Zeit. Mit Bezug auf malerische, fotografische und skulpturale Strategien verwandelt Gap digital konzipierte Szenarien in physische Objekte und lotet dabei die instabilen Grenzen zwischen Authentizität, Realität und Simulation aus. Ihre Kompositionen entstehen durch die Anhäufung zeitlicher und räumlicher Schichten, in denen alltägliche Szenarien gesammelt, gesampelt und zu dichten materiellen Assemblagen überarbeitet werden. Dieser Prozess spiegelt die Mechanismen der Bildproduktion wider, auf die Gaps Arbeit direkt reagiert: Anhäufung, endloses Sampling und die zeitliche Verdichtung der digitalen Gegenwart.
Durch ihre andauernde Auseinandersetzung mit Fotografie und Video untersucht Freja Sofie Kirk die inneren Mechanismen von Bildern und die wechselseitige Beziehung zwischen Medien und Alltag. Kirks Werke zeichnen sich durch eine hypnotische, affektive Kraft aus, die die Betrachter in Erzählungen über Macht, Architektur, Waren, Fetischismus und die Choreografie der Arbeit hineinzieht. Vor allem betont sie, wie Medien in soziale Beziehungen und Routinen eingebunden sind und wie diese wiederum in die Medien einfließen. Kirk setzt sich direkt mit diesen Dynamiken auseinander und rückt die Verflechtung von Begehren und Sterblichkeit in den Vordergrund, die in den Bildern der Unterhaltungsindustrie verankert ist.
Zusammengenommen offenbaren ihre künstlerischen Praktiken das Bild als wandelbares Material, das in der Lage ist, sich zwischen physischen, digitalen und affektiven Ebenen zu bewegen. Sie verfolgen gegensätzliche und doch komplementäre Bewegungen: Während Gaps Paneele digital konzipierte Welten als physische Objekte materialisieren, mobilisiert Kirk das Virtuelle, um die Wahrnehmung durch sensorische und filmische Strategien neu zu gestalten und Bilder jenseits der Grenzen des zweidimensionalen Rahmens zu verzerren. tracks, taps entfaltet sich durch diese Spannung und positioniert das Bild als einen Ort, an dem Verführung, Materialität und Simulation koexistieren, anstatt sich aufzuheben.
tracks, taps wird am 10. September 2026 im Klemm’s Downstairs eröffnet und läuft bis zum 24. Oktober 2026. Die Ausstellung ist Teil der Berlin Art Week, die vom 9. bis 13. September 2026 stattfindet.