Strawalde
Parade

Strawalde, Rückschau, May 2006 © The artist and Galerie Michael Haas, Berlin

Strawalde (*1931) ist gleich in zwei visuellen Ausdrucksformen begabt: Unter seinem Pseudonym ist er als Maler bekannt, als Jürgen Böttcher ist er Regisseur und Dokumentarfilmer. Seine Malerei wird in der DDR als formalistisch eingestuft, er wird aus dem Verband Bildender Künstler ausgeschlossen und in der Folge kaum öffentlich ausgestellt. Erst nach der Wiedervereinigung ist er frei in seinem künstlerischen Schaffen. Strawalde zählt zu den wichtigsten Positionen der deutschen Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts. Seine Werke sind in bedeutenden Museen und Sammlungen vertreten.

Strawalde verbindet einen pastosen, mehrschichtigen Farbauftrag, der seinen Gemälden eine besondere Stofflichkeit verleiht, mit einer ausdrucksstarken Linienführung. Formen tauchen als figurative Möglichkeit auf, die in intensivem Austausch miteinander stehen. Seine Bilder sind das Ergebnis eines direkten und intuitiven Prozesses, der in einem lang studierten Tanz seiner Hände ausgeführt wird. Erfahrungen und Erinnerungen, Stimmungen und Gefühle fließen in expressiven Gesten unmittelbar auf den Bildgrund.

Und ich behaupte, wenn mir ein Bild gelungen ist, daß es aus allen Essenzen von tausend Dingen, die ich je gesehn, gerochen, geschmeckt – auch aus Träumen gemacht ist.1

Im Rahmen der Berlin Art Week eröffnet die Galerie Michael Haas eine umfangreiche Einzelausstellung. Der Künstler wird zur Eröffnung der Ausstellung am Donnerstag, den 10. September, anwesend sein. Es erscheint ein begleitender Katalog.

1Sprechtext, in: Strawalde. Zeichnungen und Malerei, Catalogue Neue Berliner Galerie im Alten Museum,
Berlin 1990, p 12