Göksu Kunak
REMAINS

1 MAI bis 28 JUN 2026
Opening – 1 MAI 2026, 18-22 Uhr

Performances:
2 MAI um 14 Uhr THE VOID
23 MAI time tba DRAWINGS
13 JUN time tba CIRCLES
14 JUN time tba Screening and Talk
20 JUN um 18 Uhr DELIRIUM

„Zuerst ist da nichts, dann tiefes Nichts und schließlich blaue Tiefe“

Gaston Bachelard

Spillage

(installation, mixed media), 2026 at Van Abbe Museum As a part of Make Some Noise- Desire. Stage. Change curated by Zippora Elders

© Max Kneefeld Trakilovic

REMAINS beginnt mit einem leeren Raum. Inspiriert vom Ausstellungsformat welches Felix
Gonzalez-Torres in seinem Projekt Every Week There Is Something Different aus dem Jahr
1991 erforschte – bei dem sich die Ausstellung selbst im Laufe eines Monats als Abfolge von Veränderungen entfaltete –, behandelt die Ausstellung Zeit als primäres Material. Anstatt eine festgelegte Anordnung von Werken zu präsentieren, entfaltet sich REMAINS als zeitliche Struktur, in der Handlungen, Gesten, Gerüche und Körper den Bunkerraum von EBENSPERGER nach und nach verwandeln.

Ausgehend von der Immaterialität und Vergänglichkeit der Performance untersucht die
Ausstellung, wie immaterielle Kräfte – Gestik, Klang, Spannung, Erschöpfung und kollektive
Bewegung – sich in Materie verdichten. Bodybuilder, Karate- und Grappling- Kämpfer, eine
Pole-Tänzerin, Akrobaten und Growler beleben den Raum durch lang andauernde körperliche Aktionen, begleitet von Textfragmenten, die durch den Raum hallen. Diese Körper fungieren als kinetische Instrumente welche die Gemälde und Zeichnungen der Ausstellung hervorbringen: durch Berührung übertragene Pigmente, durch Wiederholung nachgezeichnete Bewegungen, durch Belastung und Schwerkraft gezeichnete Oberflächen.

Spillage

(installation, mixed media), 2026 at Van Abbe Museum As a part of Make Some Noise- Desire. Stage. Change curated by Zippora Elders

©Milos Trakilovic

In REMAINS dient die Kunstgeschichte als Ausgangspunkt. Die Ausstellung würdigt die genealogischen Zusammenhänge, die sich aus dem Schaffen von Künstler*innen ergeben, deren Praxis sich mit Präsenz, Verschwinden, Erinnerung und der Politik der (Un-)Sichtbarkeit auseinandersetzt. Parallel dazu tritt REMAINS in einen Dialog mit immateriellen
Monochromen und performativen Gesten, kinetischer Malerei und körperlicher Inskription, entropischen Architektur und Absurdität. Die Ausstellung steht zudem im Einklang mit dem von Eugène Delacroix beschriebenen Begriff des „Undefinierbaren“ – einer Kraft in der Kunst, die sich nicht auf ein Thema oder eine Erklärung reduzieren lässt, sondern als Atmosphäre und Schwingung empfunden wird.

Performance wird oft als immateriell und flüchtig verstanden. Wer darf Spuren hinterlassen, existieren, und wer ist ohnehin dazu bestimmt, zu verschwinden? Wie wir alle wissen, können Körper, Gesten und Stimmen gelöscht, (falsch) archiviert oder so dargestellt werden, als wären sie von Anfang an nie da gewesen. REMAINS reflektiert die Frage, wie immaterielle Praktiken innerhalb von Systemen der Zurschaustellung und des Austauschs zirkulieren. Performance unterliegt seit langem der Erwartung, dass sie verkaufsfähige Objekte oder beständige Artefakte hervorbringt, und die Performenden selbst sind oft in anhaltende Debatten – und gelegentlichem Spott – darüber verwickelt, ob solche Arbeiten überhaupt sammelbare Formen hervorbringen sollten. Anstatt diese Spannung aufzulösen, legt die Ausstellung sie offen. Was bleibt, ist nicht das Ereignis selbst, sondern der Eindruck, den es auf den Raum ausgeübt hat; oder anders gesagt: Was auf der Leinwand existiert, ist ein Ereignis.

REMAINS
Ebensperger

Göksu Kunak

REMAINS
Ebensperger

Göksu Kunak

Göksu Kunak arbeitet Zwischen Performance und Installation oszillierend schafft Göksu Kunak Räume, in denen Körper, Bilder und architektonischer Raum in instabile Beziehungen treten. Muskulöse Körper halten aus, Pole-Tänzer erzeugen Zeitschleifen, und Kletterer stellen Schwerkraft und Ausdauer auf die Probe. Diese Elemente bilden eine HyperAssemblage, die sich zwischen Black Box und White Cube bewegt und mit der Spannungen zwischen Spektakel und Kritik,Sichtbarkeit und Verborgenheit spielt.